Gefährliche Schatzsuche

Im Wuppertaler Kanalnetz begeben sich Geocacher in Lebensgefahr

Pressemeldung der Firma WSW Wuppertaler Stadtwerke GmbH

Geocaching hat sich in den letzten Jahren zu einer bei Jung und Alt beliebten Freizeitbeschäftigung entwickelt. Die Schatzsucher mit GPS-Geräten sind über das Internet vernetzt und setzen viel Ehrgeiz darein, die so genannten Caches an ungewöhnlichen Orten zu finden und die damit verknüpften Rätselaufgaben zu lösen. Auch in Wuppertal gibt es zahlreiche solcher Caches. Leider befinden sich einige dieser Schätze an Orten, wo sie nicht hingehören. Die WSW beobachten zunehmend, dass sich Geocacher im Wuppertaler Kanalsystem auf Schatzsuche begeben.

„Das bereitet uns große Sorgen, denn den Leuten ist anscheinend nicht klar, dass sie sich damit in Lebensgefahr bringen“, sagt Uwe Schaube, Leiter des Kanalbetriebs bei den WSW. In den Kanalleitungen können sich toxische oder explosive Gasgemische bilden. Eine weitere Gefahr droht bei starkem Regen, wenn die Röhren sich innerhalb kürzester Zeit mit Wasser füllen. „Unsere Mitarbeiter arbeiten dort unten nur unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen und mit Schutzgeräten. Rettungssituationen werden regelmäßig geübt“, erklärt Uwe Schaube. Gefahr geht auch von den in einigen verrohrten Bachläufen verlegten Fernwärmeleitungen aus. Beim Ausblasen des Kondensats besteht Verbrühungsgefahr, denn der Wasserdampf zischt mit 120 Grad Celsius aus den Leitungen. „Da sich die Leute bis zu 400 Meter weit in die Kanalleitungen vorwagen, besteht im Ernstfall kaum eine Chance, sich in Sicherheit zu bringen“, warnt der Leiter des Kanalbetriebs.

Leider ist es nicht möglich, das Wuppertaler Kanalnetz vollständig zu überwachen und betriebsfremde Personen fernzuhalten. Abwasserkanäle und verrohrte Bachläufe bringen es auf 1500 Kilometer Länge, hinzu kommen 200 so genannte Sonderbauwerke, wie Pumpstationen, Regenbecken oder Stauraumkanäle. „Wir können nur an die Vernunft der Menschen appellieren, sich bei ihrem Hobby nicht in Lebensgefahr zu begeben“, so Uwe Schaube.

Besonders entsetzt haben ihn und seine Mitarbeiter, dass offenbar auch Kinder in den Kanalleitungen unterwegs sind. An manchen Stellen sind die Leitungen so eng, dass ein Erwachsener gar nicht durchpasst. „Da werden dann offenbar die Kinder vorgeschickt, um den Cache zu finden“, vermutet Schaube. Auf den einschlägigen Internetseiten finden sich Bilder von Kindern in Abwasserröhren zuhauf.

Das Problem betrifft nicht nur Wuppertal, sondern ist auch aus anderen Städten bekannt. Aus den genannten Gründen gilt für die von den WSW betriebenen Entwässerungsanlagen: Das Betreten durch betriebsfremde Personen ist verboten, denn es besteht Lebensgefahr.



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