Kuppeln statt Schrauben

Der mit 10.000 Euro dotierte DIN-Preis „Nutzen der Normung“ 2012 geht an Joachim Illge, Schiffsingenieur beim Germanischen Lloyd SE

Pressemeldung der Firma DIN Deutsches Institut für Normung e. V.

Im Rahmen der Festveranstaltung „Weltfaktor Normung“ am 29. November 2012 erhielt Joachim Illge (Germanischer Lloyd SE, Hamburg) den DIN-Preis „Nutzen der Normung“ für die Darstellung des Nutzens von DIN 86210 für die Schifffahrt. In der Norm werden Anforderungen an eine Schnellkupplung festgelegt, die der Versorgung von Schiffen mit Brennstoff (Bunkern) oder Frischwasser und der Entsorgung von flüssigem Brennstoffschlamm, Altöl und Schmutzwasser dient. In der Regel sind die Schnellkupplungen in unter einer Minute durch einfache Verdrehung sicher angeschlossen und können ebenso schnell wieder gelöst werden.

Demgegenüber kann die Herstellung und Lösung der heute üblichen Flanschverbindungen zwischen Schlauch- und Deckanschluss weit über eine Stunde dauern. Aufgrund unterschiedlicher nationaler Standards gibt es fünf weitverbreitete Typen der Flanschlochung, so dass mindestens zehn verschiedene Adapter vorgehalten werden müssen. Beim Zusammenbau der Flanschverbindung müssen vier Trennfugen mit Flachdichtungen versehen und bis zu 32 Schrauben eingefädelt werden. Beim Abbau kommt es auch häufiger zu Verunreinigungen durch auslaufenden Brennstoff, was mit der als Trockenkupplung gestalteten Schnellkupplung weitestgehend ausgeschlossen ist.

Mit der Schnellkupplung können je Schiff etwa 50 Mannstunden Arbeitsaufwand im Jahr eingespart werden. Auf Versorgerseite sind die Einsparungen noch größer. Die gemittelte Einsparung an Kosten eines durchschnittlichen Tankers zur Brennstoffversorgung beläuft sich auf 720 Euro pro Einsatztag. Bei jährlich 300 Einsatztagen spart jeder Tanker durch den Einsatz von genormten Bunkerkupplungen im Durchschnitt 216.000 Euro Betriebskosten und 920 Euro Beschaffungskosten für neue Adapter pro Jahr, insgesamt also 216.920 Euro. Weltweit sind etwa 600 typische Bunkertanker-Schiffe im Einsatz. Demnach kann der finanzielle Nutzen bis zu 130 Mio. Euro pro Jahr ausmachen. Dazu kommen – und nicht direkt zu beziffern – die Erhöhung der Arbeitssicherheit und der Gewinn für die Umwelt durch die Vermeidung von Leckagen. Die Bedeutung der Normung liegt hier in der marktöffnenden und vertrauensbildenden Wirkung eindeutiger Festlegungen für ein innovatives Produkt.

DIN-Preise in der Kategorie „Best Practice“ wurden an Dr. Jochen Cronemeyer, Geschäftsführer der Berliner Spezialfirma für digitale Signalverarbeitung, DSPECIALISTS Digitale Audio- und Messsysteme GmbH, sowie an Dr. Thomas Reiche, Fachtierarzt für Lebensmittelhygiene und Öffentliches Veterinärwesen beim Zentralen Institut des Sanitätsdienstes der Bundeswehr, verliehen. Das Preisgeld beträgt 5.000 Euro.

In der Kategorie „Junge Wissenschaft“ erhielten Maxim Camillo Matros (Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin) und Sören Simon Petersen (Philipps-Universität Marburg) jeweils einen mit 1.000 Euro dotierten DIN-Preis.



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